Quintin * Caurel

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Côtes-d'Armor
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Karte: IGN Grün 14 St-Brieuc-Morlaix, Guide Gallimard Côtes d‘Armor

Länge : 59 Km
Stand : Mai 2000
Merkmale : Eher leicht, mittlere Steigungen.
Hotel : Beau-Rivage. Gute Küche im Speisesaal mit Blick auf dem See.
Kurzfassung : Ein wenig bekanntes Gebiet, das gründlicherer Erforschung wert ist.

 

Beschreibung :

Quintin an der D7 entlang des Flußes Gouët verlassen, dabei einen Blick links zu einem älteren Waschhaus.
Nach einem Kilometer, vor der Kreuzung mit der D790, rechts abbiegen.

Die Straße fährt an dem Château de Robien vorbei, der Sommerresidence vom Marquis Christophe-Paul de Robien (1698-1756). Vorsitzender der bretonischen Kammer sammelte er Zeichnungen, Bilder und allerlei bretonischen Kunstgegenständen, spätere Basis des bretonischen Museums in Rennes.

Wald und Reh
An der nächsten Kreuzung links und 1 Km vor St-Bihy wieder links, um zur "Cime de Kerchouan" hochzufahren. Hoch (318m) über die niedrigeren Hügeln bittet der Grat eine wunderschöne Aussicht.

Das Wetter ist heute recht grau, die Sicht aber klar, diese etwas melancholische Stimmung gibt der kargen verlassenen Landschaft, mit ihren Pinien, Stechginstern und Heidekraut einen beeindruckenden Reiz. Keine Dörfer, Bauernhöfe praktisch inexistant, nur ein Reh läßt sich kurz blicken aber nicht genug für das Foto annähern.
Beim strahlenden Sonnenschein ist die Sicht bestimmt viel weiter, ob die Stimmung so intensiv bleibt, wage ich anzuzweifeln.
Nach etwa fünf Kilometer kreuzt man eine etwas größere Straße an der Höhe von Ty Glaz ("Das blaue Haus"). Über die Kreuzung weiter, nach einem Kilometer links steht majestatisch in einem Feld der Menhir von Goresto.

Der Bauer winkt mich freundlich hin, auch mit dem Hinweis, ich darf ruhig in das Feld gehen, und nachdem er erfahren hat, daß ich nach Corlay will, erklärt er, dem Weg zum Menhir kann ich ruhig weiter folgen.
Hinkelstein

Die Abfahrt nach dem Menhir ist recht steil. Wenn man unten links abbiegt, kommt man zur Straße der vorherigen Kreuzung und rechts nach Corlay. Diesen Weg allerdings zu nehmen, um zum Menhir zu kommen dürfte etwas beschwerlich sein, die Steigung hat's in sich. Ich biege aber nach rechts und komme ziemlich schnell an die D767, links nach Corlay einbiegen.

Corlay liegt an der sprachlichen Grenze zwischen Bretonisch und Französisch und ist ein Zentrum der Pferdezucht.

Am Teich stehen die Reste einer von den Grafen von Rohan (Josselin, Rohan, Pontivy, Landerneau) gebauten Festung.

Für ein Foto ist es durch den Regen leider zu dunkel. Proviant sollte man hier kaufen.

Zuerst der D786 weiter folgen, die D44 sieht verkehrsreicher aus. An der Stelle, wo die Straße den Fluß Daoulas überquert, rechts Richtung Plussulien: In dieser Ortschaft gibt es ein Merowinger Kreuz, so eine Seltenheit lasse ich mir nicht vom Regen vermasseln.

In Plussulien kurz rechts in die D44, das Kreuz steht etwas außerhalb der Ortschaft am rechten Rand der Straße, dem Umweg ist es wert!
Merowinger Kreuz

Zurück nach Plussulien, die kleine Straße schräg links der D44 über Kersoués nach Quelfénec.

Da lag zwischen 4000 und 2000 v.C. wohl die größteFabrik für Äxte aus geschliffenem Stein der Steinzeit, sie wurden bis nach England und sogar Italien "exportiert". Abfallsplitter liegen zerstreut in den Feldern, der allzu schlammige Boden hat mich davor bewahrt, auf die Suche zu gehen…

Westlich nach Sélédin weiterfahren, Kapelle mit Kalvarie und Altar, die Straße endet dann in die D76. Links einbiegen Richtung St-Mayeux. Die Strecke ist nicht ohne Ähnlichkeit mit der Cime de Kerchouan, ebenfalls auf dem Hügelgrat mit weitem Blick auf beiden Seiten.

St-Mayeux-Kirchturm wurde aus den Steinen seines Kollegen der Abtei Bon-Repos aufgebaut. In der Nähe sind auch etliche Hinkelsteine zu sehen, das Licht reicht mir aber nicht zu fotografieren.

Schluchten des Poulancre
Rechts in die D69 nach St-Gilles-Vieux-Marché, ebenfalls eine "steinreiche" Ortschaft, die ich mir wieder anschauen muß und nun rechts in die D63 durch die Gorges du Poulancre (Schluchten des Flußes Poulancre). Enge Passage zwischen den Schisten-Mauern, Heidekraut und Pinien, der Fluß, diese grandiose Schönheit erinnert mich an die Schluchten in der Ardèche.

In der Nähe von Mûr-de-Bretagne die N164 überqueren, an der Ortschaft vorbei und rechts in die D767. An der Kreuzung mit der N164, die Zähne zusammenbeißen und links in die Nationale. An diesem Freitagnachmittag ist der Verkehr sehr intensiv. Nicht, daß ich bedrängt oder zusammengehuppt wurde, es ist einfach unschön und fordert hohe Konzentration, besonders, wenn ein großer LKW von der anderen Richtung kommt und der Sog abgefangen werden muß.

Bis zum Abzweiger links nach Caurel sind es knapp 2 Km. Es wäre natürlich auch möglich, die D767 nach Norden zu nehmen, fröhlich-singend die 15% Steigung zu meistern und oben an der Höhe der Kapelle La Trinité links runter und der N164 durch die Unterführung kurz vor Caurel ein Schnippchen zu schlagen...

In Caurel kleine Straße links nach Beau-Rivage ("Schönes Ufer" - stimmt) nehmen.

Der Name des nächsten Ortsteils ist für den bretonisch-kundigen Radler ein klarer Hinweis „Mané“: Runterschalten!
(Bretonisch Schnellkurs für Radler: Mané, Méné, Menez = Berg, Kuppe, Roc’h = Bergspitze, Crac’h, Créac’h, Crec’h = Hügel, Traon = Tal klingt sympathischer, wird aber unweigerlich von einem Créac’h befolgt... Das Fahrrad heißt übrigens Marc’h houarn = Eisenpferd)

Durch das schlechte Wetter habe ich die Etappe etwas verkürzt und bin schon vor 15:00 am Hotel.

Ausspannen, Karten und Reiseführer studieren, am See spazierengehen ist manchmal auch recht angenehm.
Am See

 

 

Version : 24.02.2007 - Contents : Marzina Bernez

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