Caurel * Bégard

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Côtes-d'Armor
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Karte: IGN Grün 14 St-Brieuc-Morlaix, Guide Gallimard Côtes d‘Armor

Länge : 83 km
Stand : Mai 2000
Merkmale : Hügelig
Hotel : Keine Empfehlung aber „Gites d’Etape“ bei der Crêperie „Le Bilig“
Kurzfassung : Wenig bekanntes Gebiet mit einer reizvollen Landschaft und einer ungewöhnlichen Dichten an Kirchen und Kapellen

 

Beschreibung :

Von Beau-Rivage nach links mit der D111 hochfahren und an der Kapelle links in die N164 einbiegen, um sie nach ca. 2 Km rechts in Ty Bris zu verlassen. Da ich am Sonntag gefahren bin, wollte ich nicht riskieren ohne Proviant zu bleiben und habe schon in der nächsten Ortschaft St-Gelven eingekauft, Lanrivain hat aber auch ein Lebensmittelgeschäft.

Ein Kilometer nach St-Gelven links in die D95, in Laniscat die D76 kreuzen. Ein kleines Schloß rechts der Straße bevor ich an dem Flüßchen Sulon kurz halte, um die Karte anzuschauen.

Dabei merke ich eine Gruppe Rennradlern, die von links kommt, habe aber reichlich Zeit rechts in die D5 einzubiegen... und wundere mich kurz danach, daß sie mich nicht überholt haben. und wundere mich kurz danach, daß sie mich nicht überholt haben. Sind sie vielleicht doch nach rechts abgebogen? Nein.. sie fahren hinter mir... in meinem Windschatten??? Bevor ich Zeit habe, die Lage zu überdenken, kommt eine Steigung, die ich im gewohnten regelmässigen Tempo angreife. Und höre plötzlich hinter mir: „Sie fährt uns noch davon!“ und dann „Sie ist uns schon davon gefahren!“
Wohl zuviel der Schande...
ich werde von jungen grimmigen Männern auf Rennrädern überholt, es bleibt nur ein Älterer auf Trecking-Rad an meiner Höhe, der vorsichtig ein Gespräch anfängt.

Aber nun sind wir in Ste Tréphine angekommen, die Kapelle will ich nicht verpassen und verabschiede mich.

Nicht einmal in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir vorstellen können, mit Trecking-Rad und voller Bepackung jungen Rennradlern Windschatten zu geben...

Kapelle und Lec'h
Ste Tréphine ist eine alte Bekannte (siehe Pontivy-Priziac, Loudéac-Guéméné/Scorff, Port-Louis-Pontivy, und Lac de Guerlédan): von Conomor, ihrem Blaubart von Ehemann geköpft, von St Gildas wieder fachmännisch zusammengeklebt, gebar sie einen Sohn. Trémeur wurde ebenfalls von Conomor ermordet, weil ihm prophezeit wurde, er würde durch die Hand seines Sohnes sterben. Aber eben nicht dieses Sohnes, so entkam Conomor seinem Schicksal doch nicht.

Trémeurs Sarkophag ist in der kleinen Nebenkapelle aufgebahrt, beide Gebäude sind leider geschloßen, die Eibe und die zwei gerillten
Lec’hs frei zu bewundern.

Weiter auf der D5. Kurz vor St Nicolas du Pélem geht nach rechts eine kleine Straße zur Kapelle Notre-Dame-du-Ruellou mit einem mehrfarbigen Glockenrad von 1777. Keltisches Symbol, solche Räder sind selten in der Bretagne, in dem Gebiet gibt es ein weiteres Exemplar in Kerien. Wiederum ist die Kirche geschlossen, als Trost bleibt mir die Erinnerung an das Rad in Comfort

Schon die Römer verweilten gerne in St Nicolas-du-Pélem, viele Wanderwege sind nun auf 50 Km eingerichtet worden.

Die D5 nimmt den Hügel in Angriff, oben rechts der Straße steht plötzlich ein Schild zu einem
Hinkelstein.

Das Fahrrad an der Straße lassen, der Weg im Wald ist eng und holprig aber hübsch-romantisch und der Hinkelstein steht geheimnisvoll verlassen.
Hinkelstein
Landschaft
Links in die D50. Die Strecke bleibt für längere Zeit auf dem Hügelgrat, mässig rauf und runter zwischen blühenden Ginstern, Wiesen, Granitblöcken.
Beinhaus
Und in Lanrivain wartet ein schönes Pfarrbezirk: Kirche mit Drachen als Wasserspeiern, Beinhaus mit echtem „Inhalt“, Kalvarie mit Figuren u.a. St Yves zwischen Reich und Arm, Pestpusteln am Kreuz, Eiben.

Wer noch nicht eingekauft hat, sollte es nun nicht mehr verschieben.
Kalvarie - Ivo zwischen
Reich und Arm
Kurz rechts in die D8 nach Le Guiaudet. Die Kapelle Notre-Dame-du-Guiaudet (Ende XVII. Jahrhundert) wurde hier gebaut, nachdem ein Bauer eine Madonna in 1692 hier entdeckt hatte, wie Nicolazic in Auray.
Gar nicht so unlogisch, wenn man sich an die Raubzüge von Wikingern, Engländern und sonstigen Plünderern erinnert, von den bretonischen Erbfolgekriegen gar nicht zu schweigen, Reliquien und Habseligkeiten wurden oft in Erwartung friedlicheren Zeiten versteckt und vergraben. Diese Kapelle ist offen! Besonders interessant die liegende Madonna am Hauptaltar. (alt-französisch „gésine“, daher der Name Guiaudet)
Liegende Madonna

Ähnliche Darstellung gibt es in Le Yaudet bei Lannion (Plestin-Ploumanac’h und Bégard-Le Yaudet) sowie in Le Folgoët. Schöner Brunnen vor der Kapelle.

Zurück auf der D8 bis an der Höhe von Lanrivain, um rechts in die D50 weiter zu fahren. Der Blavet wird etwas Flußabwärts gestaut, was kurz vor Kersollec einen schönen Picknickplatz hergibt (und Schutz gegen eventuellen Schauer wäre sogar vorhanden!): blühende Ginstern, stiller See, überwucherte Resten der früheren Brücke.

Kurz danach links von der Straße
eigenwillige Steinfiguren an einer Mauer, von Barthélémy Le Cam, der Fisch ist im Gallimard-Führer abgebildet. Noch eine Kapelle in Coat Maël, kurz vor Maël-Pestivien links ein Schild zu einer „Druidenkanzel“, ich will nicht alle mögliche Umwege machen und verzichte... um es 10 km später zu bereuen. Aber Morgen ist auch ein Tag!

Die Kirche in Maël-Pestivien ist geschloßen, weil dringend renovierungsbedürftig, die äußere Seite aber auch interessant.

Kurz nach Osten in die D28, um sofort links die D50 nach Bulat-Pestivien zu nehmen. Von den Brunnen hatte ich schon seit lange Abbildungen gesehen. Kurzer Stopp bei der Einfahrt, um aus der Karte die Lage der Brunnen genau zu ermitteln...
Karte überflüssig:
Ein älterer Einwohner spricht mich nach meinen Wünschen an, erklärt mir, daß ich die 3 Brunnen an der D31 nach Norden finde und erzählt, daß sein Sohn vor kurzem für ein Jahr mittels Fahrrad unterwegs in Europa war, Südfrankreich, Schweiz, Deutschland, Polen, und wie er als Radfahrer von Unbekannten überall herzlich empfangen wurde.

Brunnen
Im Nachmittagslicht sind die Brunnen wie auf den Fotos in einem grünlichen Licht wie eingetaucht, mit Blick zur Kirche schräg nach Osten. Hahnbrunnen, Brunnen der 7 Heiligen (leider ohne Statuen).
Brunnen
Ankou
Für so ein kleines Ort ist die Kirche massiv. Im XIV. Jahrhundert gebaut, von einem Adeligen deren Sohn von einem Affen (in der Bretagne???) geraubt und von der Jungfrau zurückgebracht wurde, die Szene ist an der Sakristei dargestellt.
Kirchentor
Allerlei zu sehen. „Ankou“ mit weitaufgerissenem Mund und Gebeine, Portal mit fein bearbeiteter Säule und Aposteln, Bretonen in Tracht als Pult, Brunnen, Jakobsmuscheln, Kirchenfenstern.
Bretone

D31 nehmen, einen Blick auf die Kapelle St Blaise mit Kreuz und rechts in die D24a nach Pont-Melvez.
Kurz danach an der rechten Seite Abzweiger zur Eiche von Tronjoly (Durchmesser 12m, hat mehrere Jahrhunderte überlebt), sie steht allerdings auf Privatgrund und es wird gebeten, am Sonntag vom Besuch Abstand zu halten. Ich vermute zwar, daß diese Bitte eher auf wild parkende Autos zielt, verzichte aber schweren Herzens auf den Baum.

Pont-Melvez links in die D24, kurz rechts in die D787 (verkehrsreich aber noch erträglich) und sofort links nach Kerambuan (Vorsicht beim Manöver!). Über Kermin und rechts zur Kapelle St Fiacre (Habe zwar heute schon sehr viele Kapellen gesehen, kann es aber nicht lassen!) und links in die D31.

Irgendwo unterwegs rufen mich Männer etwas wie „côte“ zu: Rippe? Küste? Steigung? Steigung??? Das war’s! Es folgt einen langen anständigen Anstieg nach Gurunhuel.
Hätte ich mir schon bei dem Namen ausdenken - und einen Blick auf die Karte werfen - können: Huel, Uhuel bedeutet Hoch in der bretonischen Toponymie, Gurunhuel: Der Donner von oben.
Schön die Kirche aber gesperrt, weil drohender Zusammenbruch!
Schöne Kalvarie mit den zwei Räubern um Christus: Dem Bösen zieht ein Teufel in Drachenform die Seele aus dem Leib, dem Guten wird sie von einem Engel empfangen.
Kalvarie - Die Seele des bösen Diebes wird von den
Teufeln mitgenommen

D31 nehmen (unterwegs Blick auf die Kapelle St Jean) und nach Laluzon unter die N12 (Autobahn) fahren. In Gollot-Braz am Fuß vom Ménez Bré nach rechts, rechts in die D15 einbiegen.

Es war nicht einfach am Sonntag eine Übernachtung in diesem Gebiet zu finden. Das Hôtel hat die Vorbuchung der Übernachtung akzeptiert, es ist aber schwierig sich die Tür öffnen zu lassen. Das Fahrrad will ich nicht wie angeboten im Hof lassen, weil ich fürchte, es am nächsten Tag nicht frei zu kriegen und setze durch, daß es in der Vorhalle bleibt. Zum Abendessen finde ich aber eine nette Crêperie (Le Bilig, Tel 296.45.35.75), wo ich in freundlicher Atmosphäre meine Galettes genieße und der Wirt das Gespräch schnell sucht. Das Problem des Radtransports im TGV ist ihm wohl bekannt... als Eisenbahner. Und er bietet als „Gîte d’Etappe“ (verbesserte Jugendherberge), auch für eine einzelne Nacht an. Wäre eine Überlegungswert.

Im Allgemein ist in kleinen Ortschaften nah an größeren Städten wie Guingamp übers Wochenende Vorsicht geboten: Die lokale Gastronomie ist auf Geschäftsreisenden abgestimmt und schließt sehr gerne Samstag/Sonntag.

 

 

Version : 24.02.2007 - Contents : Marzina Bernez

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