Guichen * Mauron

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Ille-et-Vilaine
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Karte: IGN Grün 16, Rennes-Granville

Länge : 75 Km
Stand : September 2003
Merkmale : Etwas hügelig
Hotel : Le Brambily.
Kurzfassung : Weniger bekanntes Gebiet, kleine Kapellen und Wald von Brocéliande.

 

Beschreibung :

Ich wollte eigentlich über Lassy fahren, nahm aber den falschen Ausgang und bin auf der D577. Auch gut, dann nach Guignen. Aber nicht auf der D177, an deren Nähe weiche ich über La Rouvrais zur D84 und biege in La Belle Etoile links in die D48.

Steinkreuz
Hier weiter auf der D42 . Rechts der Straße, direkt am Ortsausgang wunderschöne alte Kreuze aus rotem Schiefer.
Steinkreuze

In La Chapelle-Bouëxic, an dem Schloß vorbei und dann zur Kapelle.

Kapelle
Die Kapelle ist offen, ein Mann im Pullover arbeitet mit Stift, Plänen, Foto-Apparat. Ein Restaurierer?

Scheinbar von meinem Erscheinen neugierig gemacht, sucht er gleich das Gespräch. Keineswegs Architekt, sondern der lokale Pfarrer, der mir seine Kapelle mit Begeisterung erklärt. Das Glück (oder die Vorhersehung?) hatte ein Treffen mit einem Experten der religiösen Kunst in Ille-et-Vilaine organisiert!
Früher Schloßkapelle, nur für Taufen dem allgemeinen Volk offen, wurde sie zur Pfarrkirche in 1703. Sie ist St Josef gewidmet. Er macht auf die Statue von St Louis, rechts des Altars, aufmerksam. Viel kleiner als die Statue auf der anderen Seite und eigentlich "doppelt", das Kirchenfenster auf dieser Seite stellt ebenfalls unseren heiligen König dar. Weil der Schloßherr königstreu war und/oder selber diesen Vornamen trug? Weil sein Sohn, Bernard-Louis genannt, seinen Vater ehren wollte? Eine Statue St Bernard steht seitlich eines Nebenaltars, der Vater von Madame hieß eben Bernard. Beide Statuen wurden mit 1711 vorsichtig datiert.

Und dann gab es dieses gebrochene Kreuz aus Holz, das er im Dachboden gefunden hat. Mit einer Vorrichtung, um es unten zu verschrauben. Auf einem Triumphbalken? Die Wände zeigen am Schiffskreuz deutliche Risse, ein Triumphbalken hier war vielleicht die damalige Lösung.
St Louis

Am anderen Seitenaltar zwei Statuen auf Säulen aus falschem rosa Marmor. Die Säulen wirken künstlich, Johannes steht links, eigentlich müßte er rechts stehen, weil ihm das Altarbild gewidmet ist. Und Maria zeigt nach links, also außerhalb des Altars, wobei solche Statuen üblicherweise zum Altar hinzeigen.

Sind sie vielleicht doch
"fehl am Platz"?

Standen vielleicht diese vier Statuen, die hier "nicht passen", ganz einfach auf den Säulen, da wo die Arme kreuzen?

Nach alten Dokumenten hat er gesucht und sucht weiterhin, um die Geschichte seiner Kapelle zu rekonstruieren, Protokolle aus Taufen, Beerdigungen… und träumt von diesen Rechnungsbüchern, von einem Einwohner auf der Müllkippe gefunden und inzwischen verliehen, aber wem???

Eine Detektiv-Arbeit!

Er muß telefonieren, bietet mir seine Leiter an, um besser zu fotografieren, und verläßt seine Kapelle, Unterlagen und Fotoapparat ohne jegliches Bedenken.

Ich greife gerne auf die Leiter, gebe mir aber nicht die Mühe, sie zuerst vollständig aufzuklappen und hole es erst in voller Höhe auf…
Ein Ruck, die Leiter rutscht auf dem Parkett, ein Fuß fällt seitlich von dieser Estrade und die Leiter kippt...

Ein Blick auf die Wand, keine Haltemöglichkeit, zu weit, um etwas abzubremsen, diesmal ist wohl die Reise zu Ende!

Aber in einer Kirche haben Schutzengel immer Dienst!

Ich bekam nicht einmal einen blauen Fleck!

Wieder rauf auf die Leiter (Bretonen sind hartnäckig!), wenn auch diesmal vorsichtiger und mit etwas schlotternden Knien… Den St Louis will ich fotografieren!

Eiche-Eibe
Rund um die Kapelle gibt es noch etliches zu sehen, Hintergebäude des Schloßes, ein Brotofen oben auf dem Platz und noch seltsamer diese "Eiche-Eibe"…

Beide Bäume sind so ineinander gewachsen, daß man beim ersten Blick nicht klar kommt, wer ist wer!

Ich verlasse La Chapelle-Bouëxic reich von dieser menschlichen Begegnung und mit einer wertvollen Information: Wo und wie ich den Schlüssel zur Kapelle in Bovel bekommen kann…

Die D42 fährt an einem schönen Teich vorbei, wo sich bewaldete Felsenhänge spiegeln, die ersten Herbstblätter tanzen schon auf der Wasseroberfläche.
Rechts bleiben, an dem Schloß vorbei. In Bovel links in die D44 zur Kapelle.

Eine Statue wurde in den Landes d'Anast gefunden, man wollte ihr eine Kapelle bauen aber jede Nacht wurde die Arbeit des Tages zerstört… Man lud endlich die Statue auf einem von zwei jungen Stieren ("Bovel") gezogenen Karren. Sie hielten am Ende des Moores. Ein Brunnen sprang aus der Erde, die Vögel flogen ihre Zweige hin, hier wurde die Kapelle gebaut. Das Joch wurde unter dem Altar eingebaut.

Die Tafel erzählt noch, daß der lokale Herr jedes Jahr ein Paar weiße Handschuhe für den Herrn des Bois-de-Hast an einem Kreuz aus dem 17. Jahrhundert hinlegen sollte. Leider konnte mir die Messnerin nicht sagen, wo dieses Kreuz sich befindet.
Zwillingstor

Die D44 Richtung Baulon aber nach 2 Km links auf dem Weg abbiegen. Dann rechts nach Le Rocher, wer - wie ich - die Abzweigung verpaßt, kommt etwas beschwerlich aber doch sicher nach Tregadan und biegt rechts ein. Die D38 überqueren, über den Etang de la Musse, der sehr trocken aussah, rechts zur D238 und hier links. An der Kreuzung zur D63 leiste ich mir den Umweg nach rechts zum Lac de la Chèze, wo sich riesige Steinblöcke in den See spiegeln, was die Brotzeit umso schmackhafter macht. Dann über La Chapelle-ès-Chèvres, an einem Teich vorbei und durch Plélan-le-Grand. Hitze und Verkehr, weiter an der D2024, kleine Schleife nach rechts zu Les Forges de Paimpont. An dem Pont du Secret - wo Lancelot sich in die Guenièvre unsterblich verliebt haben soll - damals war die Stelle vielleicht noch romantisch…

Beignon ist reizvoll: Kreuz mit Pietà, Kirchenfenster, sehr alte Uhr, Häuser mit Steinen aus allen möglichen Schattierungen.

Ich hatte mit der Idee gespielt, die Straße durch das Militärgebiet Camp de Coëtquidan zur Kapelle St Jean zu nehmen und von da aus nach Folle-Pensée. Spät ist aber geworden und vielleicht müßte ich irgendwo umkehren, ich nehme daher die D21 nach Paimpont.

Brotofen
Bereut habe ich es nicht: Nach einer reizvollen Steigung durch den Wald von Brocéliande kommt man zum kleinen Dorf Corne de Cerf (Hirschhorn): Brotofen, alte Häuser.

Links in die D773, und zur Abtei von Paimpont.
Abtei und See

Die Zwillingstüre der Abtei sind weit offen, Statuen und alte Hölzer. Davor ein Monolithen-Kreuz, schönen Blick zum Teich.

An dem Teich entlang zum Mönchgarten und kleiner Kapelle. Nicht nur romantisch, so kommt man ohne die D773 zum Abzweiger nach La Ville-Danet.

Eiche Guillotin
Hier links nach Vaubossard, zu einem Naturwunder:
Die Eiche Guillotin.

Wieviel Jahrhunderte hat sie schon erlebt??? So dick der Stamm, wo sich ein Priester während der Revolution versteckte.

Gestützt und mit einer Holzplattform umrundet, bleibt sie jedem zugänglich.

Links in die D141, vorbei am Schloß Le Rosc, das laut Tradition mit Steinen aus der Einsiedelei Eon de l'Etoile gebaut wurde. Eon de l'Etoile hatte etwas von einem "illuminierten Mönch" und von Robin Hood…

In La Saudrais rechts in die D307 nach Mauron.

Im Hôtel tragen die Zimmer Namen aus der Artus-Saga…

 

 

Version : 24.02.2007 - Contents : Marzina Bernez

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