Nantes * St Philbert de Grand-Lieu * Nantes

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Loire-Atlantique
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Karte: IGN Grün 32 Nantes-Les Sables d'Olonne, Guide Gallimard Nantes et la Côte de Jade

Länge : 79
Stand : September 2003
Merkmale : Nur mässige Steigungen
Kurzfassung : Schöner Ausflug südlich der Loire, See von Grand-Lieu, Abtei St Philbert, Vertou und die Mönche

 

Beschreibung :

Am rechten Ufer der Loire, vorbei am Gare de Chantenay bis Basse-Indre.
Hier kommen Fußgänger wie Radler problemlos - und kostenlos - über die Loire mit der Fähre nach Indret.

Hoch nach La Montagne (der Berg…), wo ich ein sehr gutes Brot finde, zur D723, sie vorsichtig überqueren und weiter nach Bouaye.

Fluß Achenau
Südlich der Ortschaft fährt die Straße über den Fluß Achenau am Ausgang des Lac de Grand-Lieu. Vor dem See heißt er noch Tenu. Wobei Achenau nicht im deutschen Sinn zu verstehen ist: Keine Ache in der Au, sondern kleines "Chenal" (Kanal).

Ein Wagen hält auch an, der Fahrer sucht sofort das Gespräch.

Wie groß ist der Lac de Grand-lieu?
Kommt auf die Saison an, 3500 bis 7000 Hectares. Schilfsgürtel, Moor, See. Auf jedem Fall ein Naturschutzgebiet mit reichhaltiger Flora und Fauna.

Unter der See soll sich die alte gallische Stadt Herbauges befinden. St Martin de Vertou versuchte vergeblich deren heidnischen Einwohner zum christlichen Glauben zu bekehren und, wutentbrannt, rief Gott um Hilfe. Dieser zögerte nicht lange und ließ die Stadt in eine Senke verschwinden, die sich später mit Wasser füllte: Der See von Grand-Lieu.
Ein Ehepaar wurde vor der Katastrophe gewarnt, schließlich hatten sie St Martin de Vertou
freundlich empfangen. Umdrehen sollten sie sich aber nicht, die Frau konnte der Versuchung nicht widerstehen und wurde in Stein verwandelt: der Hinkelstein Dames de Pierre nahe Pont-Saint-Martin.

Die D64 fährt über Grand-Lieu sehr nah am Ufer, man bekommt nur schwer einen Blick zum See, Schilfsgürtel und Moore lassen nach diesem heißen Sommer nicht mehr viel Sicht zum Wasser. An der D61 links nach St Lumine de Coutais.

Vom Kirchturm soll die Sicht sehr weit über den See reichen, heute ist das Wetter zwar trocken aber trüb, ich passe.

Ich fahre diesmal auf der D61, sie ist höher als die nördlich verlaufende Parallelstraße und erlaubt eine Sicht über den See. An der Höhe von Les Troissards, rechts über La Sohérie und La Gravouillerie (Beschilderung Le Landreau).

Normalerweise dann links Richtung St Philbert, ich mache heute aber einen Umweg, um Georges, einen Freund meines Vaters, zu besuchen.

Georges war immer der Foto-Experte in dem Freundeskreis und brachte mich in jüngeren Jahren dazu endlich für eine anständige Kamera zu sparen: eine Zeiss-Ikon.
Fotos habe ich diesmal nicht dabei, wir diskutieren aber am Mittagstisch und lange danach über Fotografie, Bretagne, die alten Zeiten…

Über La Gravouillerie nun nach St Philbert-de-Grand-Lieu, durch seine Karolinger Kirche besonders bekannt.

St Philbert, eigentlich Philibert, wurde in 608 geboren, gründete mehrere Abteien, die letzte davon auf der Insel Noirmoutier, wo er 685 verstarb.
Am See von Grand-Lieu hieß die Ortschaft früher Déas und wurde der Abtei von Noirmoutier überschrieben, die hier eine "Filliale"-Abtei baute. Dann kamen die Wikinger in 836 und die Mönche flohen mit den Reliquien und ließen sich in Déas nieder. Aus blau-grauem Marmor
wurde St Philibert ein Sarkophag gemacht, mit einem Merowinger Kreuz verziert. Wundersame Heilungen zeugten von seiner Frommigkeit.

In 847 kamen die Wikinger durch den Lac de Grand-Lieu bis Déas und brannten die Abtei nieder. Kaum die Abtei wieder aufgebaut, stürmten sie zum zweiten Mal. Die Mönche versteckten den Sarkophag und flohen mit den Reliquien bis Tournus in die Bourgogne. Déas wurde von Tournus aus verwaltet und bekam im 12. Jahrhundert den jetzigen Namen St Philbert-de-Grand-Lieu.

Die Abteikirche erlebte noch allerlei Unruhen und Verwüstungen: Religionskriege, Revolution. Sie wurde auch mehrfach umgebaut. Im Jahre 1865 wurde der Sarkophag gefunden und die Kirche unter Denkmalschutz gesezt.

Frühere Abtei-Kirche
Sarkophag St Philbert
Frühere Abtei-Kirche

Nach aufwendigen Ausgrabungen und Restaurierung kann die Abteikirche nun besucht werden. Sehr alte Fresken, Pfeiler aus Stein und Ziegeln, Krypta mit dem Sarkophag, Rundgang mit Kapellen hinter dem Altar, Grabstein aus dem 15. Jahrhundert, Statuen, Funde aus den Ausgrabungen, Klostergarten…Genug Zeit einplanen, es lohnt sich!

D65 Richtung la Chevrolière. Nach ca. 4 Km links nach Passay über l'Aubrais (Beschilderung: "Observatoire")

Nur in Passay ("Pacium") gibt es gewerbliche Rechte für das Fischen im Lac de Grand-Lieu. Im Maison du Pêcheur (Haus des Fischers) werden allerlei Gegenstände um die Fischerei und den See ausgestellt, vom Beobachtungsturm aus kann man die Vögeln beobachten, Video-Kameras am Seerand übertragen auf Leinwände. Leider war es geschloßen, als ich vorbei kam.

Bis zum Ende des Weges weiterradeln, zur Anlegestelle der flachen Kähne. Eine schöne Stelle zum Rast, Schilf, Vögeln, See, auf Mini-Inseln grasenden Kühe, melancholisch, weil die Sonne streikt aber auch deswegen sehr schön.

Es ist spät geworden und ich fahre direkt auf der D64 nach Pont-Saint-Martin.

Hier soll St Martin de Vertou dem Teufel mit einer List eine Brücke über den Ognon abgetrotzt haben, wie für den Pont de Louen über das Moor von Goulaine…

Unweit von hier der Flughafen von Nantes, Château-Bougon, "Mürrisches Schloß"…

Keine Zeit mehr um nach den Dames de Pierre zu suchen, ich werde heute Abend erwartet. Kurz weiter auf der D65, rechts in die D76, dann links zur D111, links, um sie kurz danach für die D115a nach Vertou zu verlassen.

Heute mche ich einen Umweg nach St Sébastien-sur-Loire, um den Abend mit Pascale, meiner Patentochter, zu verbringen. Für ihren Sohn Maxime habe ich Euros aus Österreich und Italien, Max serviert uns einen Lachs- und Salatteller, dann Entenbrust mit "Cocos aus Paimpol" (besonderen weißen Bohnen), warmen Apfelkuchen...
Ich revanchiere mich mit einem VBA-Makro in Word, daß sich von seiner großen Anwendung starten läßt und seinen Kunden eine erwünschte Ergänzung bietet.

Traditionelle Rollenverteilung: Männer an den Kochtopf, Frauen an den PC…

Weingebiet
Nach einem fröhlichen, ausgiebigen und späten Frühstück starte ich am frühen Nachmittag. Zuerst eine Schnellspurt durch das Nanteser Weingebiet (Muscadet de Sèvre et Maine) nach St Fiacre und Clisson, bevor ich den Rückweg nehme.
Viel Zeit habe ich nicht, einem Blick zur Garenne Lemot kann ich aber nicht widerstehen.
La Garenne-Lemot - Terrasse
Mönchsteg über den Fluß Sèvre
Wer in Vertou von Pont-Saint-Martin ankommt, muß über die Sèvre. Es gibt die "bürgerliche" Brücke für die D115a, viel amüsanter ist die Chaussée aux Moines (Mönchsteg), auch wieder eine Brückenkunst von St Martin. Ich habe lieber geschoben, sie ist etwas gewölbt und leicht rutschig.

Angler am rechten Ufer, plötzlich werde ich angesprochen: Man sieht Sie aber überall!
Mein Gesprächspartner von gestern an der Achenau… Tja, mit dem Rad kommt man eben überall!

Eine "junge" Radlerin von 72 Jahren hatte mir gesagt, daß man entlang der Sèvre problemlos nach Nantes radeln kann. Ich frage einen Jogger, der nicht einmal die Zeit hat, meine Frage zu begreifen, ein Angler stimmt schon lachend zu: "Ja, ja, nur geradeaus! Es lebe die Bretagne"
Das Trikot...

Ein herrlicher Pfad, nicht geteert aber mit einen Trecking-Rad problemlos. Schöne Villen, kleine Häfen, Parks, viel Grün, die Sèvre. Ein Genuß bis Pont-Rousseau.
Hier kommt man schlagartig in die Großstadt, an einem Busbahnhof. Radwege sind vorhanden, ich komme problemlos über den Pont Rousseau zur Ile Beaulieu, die Zucker-Raffinerie mit ihrer blau-weißen Kachelfassade markiert den Weg zur Kirche Ntre-Dame-de-Bon-Port. Von da aus bin ich sehr schnell bei meiner Mutter im Stadtviertel Zola. Keine Zeit, mich umzuziehen, wir sind heute abend bei meiner Schwester Laurence eingeladen.

 

 

Version : 24.02.2007 - Contents : Marzina Bernez

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