Dinard * Cancale * Dinard

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Ille-et-Vilaine
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Karte: IGN Grün 16, Rennes-Granville

Länge : 43 Km
Stand : Mai 2000
Merkmale : Kurz, wenige Steigungen
Hotel : Hôtel Altair
Kurzfassung : Gemütliche Strecke an der Küste, Austern-Liebhaber und Korsaren-Anwärter kommen auf ihre Kosten.

 

Beschreibung :

Nach St. Malo kommt für Radler nur der „Bus de Mer“ in Frage. Der Steg liegt an der Promenade „Clair de Lune“, Zugang z.B. am Ende der Avenue George V. Bitte schieben, Fußgänger sollen nicht belästigt werden und so hat man auch Zeit die Gebäude in allerlei Gestaltung zu begutachten, die Promenade wird zu Recht „bric à brac“ (Rumpelkammer) genannt. Der Aufzug zum Steg funktioniert nicht mehr, d.h. Rad über eine relative kurze Treppe tragen.

In St. Malo nach Paramé fahren. An diesem Strand fallen die Wellenbrecher auf, der Blick Ende September ist grandios – allerdings muß der Radfahrer überlegen, daß diese Zeit etwas stürmisch sein kann!
Viel Auswahl gibt es dann nicht, wir müssen auf die D201 (Cancale par la côte), um an der Küste zu bleiben.

Geschnitzten Felsen
In Rothéneuf auf Beschilderung „Rochers sculptés“ (Gemeißelte Felsen) nach links achten. An einer kleinen Felsenspitze wurden Ende des 19. Jahrhundert von dem Priester Fouré an die 300 Figuren gemeißelt: Kuh, Drache, Ägypter, streitender Ehepaar usw. Sollte man auf keinem Fall verpassen.
Geschnitzten Felsen
Kap Meinga
In La Guimorais links zur Pointe de Bénard zwecks Aussichtspunkt und zurück und etwa 200m danach bietet sich auch der Weg zur Pointe de Meinga an. Und dann sieht man die Insel Duguesclin, die bei Ebbe aber mit dem Festland verbunden ist.
Flut
Strand Le Verger
In Le Verger gibt es eine Kapelle, wo die Jungfrau von den Seeleuten aus Cancale angebetet wird, der Pardon (Wallfahrt) findet am 15. August statt.

An der Pointe du Grouin sollte man sich Zeit nehmen: herrliche Sicht zur Insel gegenüber, einem Vogelreservat, Farben der Strömung im Kanal zwischen Insel und Festland, Leuchtturm von Herpin im Meer, blühende Ginster an dem Weg.
Pointe du Grouin

D201 am Anfang von Cancale nach links verlassen.

An der Kirche St. Méen zur Pointe des Crolles. Daraus Panorama über die Felsen von Cancale, die Austernbänke, den Hafen (la Houle). Es gibt auch da einen Fußweg zur 7 km entfernten Pointe du Grouin, mit dem Fahrrad aber definitiv nicht zu machen.

Austernstand
Cancale (zu bretonisch Konk-Aven = Bucht des Flußes) soll im VI. Jahrhundert von St. Méen gegründet worden sein. Wie in Paimpol fuhren viele Schiffe nach Island zum Fischen, die Frauen mußten monatelang alleine ausharren, übernahmen das Ruder... und liessen es nicht mehr los. Sehr wichtig sind die Austernbänke.

Runter zum Hafen, Austern-Liebhaber können sich nun an den zahlreichen Ständen Austern aussuchen und öffnen lassen. Frischer gibt es nicht. Bei Ebbe sind die Bänke zu sehen, flache Schiffe erlauben Pflege und Transport in diesen niedrigen Gewässern. Für Cancale war ein anderer Schiffstyp typisch, die „Bisquine“ (von „Biscaya“), sie werden nun wieder gebaut und Regatten organisiert.

Zur D76 hochfahren, Unterführung, rechts und in La Ville-es-Gris wieder links parallel zur D355 nach St. Coulomb, in La Croix-Blanche links in D74. Kurz nach der Kreuzung links Ruinen eines in 1280 von der Duguesclin-Familie gebautes Schloßes. D155 kreuzen, in St. Méloir-des-Ondes rechts in D2, geradeaus fahren bis St. Servan. Der Besuch zum Tour Solidor bietet sich an, falls man sich nicht vollkommen auf St. Malo-intra-Muros konzentrieren will.

 

Von Cancale aus könnte man aber auch die gleiche Route nehmen, wie bei der Hinfahrt: Durch die Gezeiten ist die Küstenlandschaft anders als am Vormittag.

St. Malo wurde nach dem Mönch Malo im VI. Jahrhundert genannt, war die Stadt der Entdecker und Korsaren: Jacques Cartier, Surcouf, Duguay-Trouin und immer sehr eigenwillig. Die Wappen der Stadt tragen zwar das Motto „Semper fidelis“ - immer treu – bloß wem? Die Herzöge der Bretagne blieben skeptisch und ließen das Schloß bauen.

Die Altstadt wurde am Ende des 2. Weltkriegs weitgehendst zerstört aber so getreu wieder aufgebaut, daß man es eigentlich nicht merkt. Man kann auf dem Rundgang um die Altstadt spazieren, das Schloß mit Museen und Turm „Qui-qu’en-groigne“ („und auch wenn jemand deswegen grantelt“) sowie den Dom St. Vincent besuchen, die Statue Jacques Cartier, des Entdeckers Canada bewundern

und bei Ebbe auf die Insel Grand Bé zum Grab Chateaubriand pilgern.


Gezeiten aber genau beachten:
Durch den Tidenhub kommt das Meer sehr schnell und der Aufenthalt auf der Insel bis zur nächsten Flut ist nicht so verlockend! Den Fahrplan des „Bus de Mer“ auch nicht vergessen.
Grand Bé bei Ebbe

Bei der Ankunft in Dinard stellte ich fest, daß die Halterung des hinteren Schutzblechs an der Höhe der Radachse durchgebrochen war, wohl auf dem Schiff oder beim Abladen, das Blech streifte den Mantel und blockierte die Weiterfahrt. Daß es ein Fahrradgeschäft in Dinard gibt, hatte ich schon im 1995 erfahren: Wir brauchten für ein Rad neue Bremsbelege und während der Reparatur kam ich im Gespräch mit einem Kunden, der im Rahmen der Partnerverträge gerade nach Starnberg geradelt war!Diesmal half ich mir selbst: Metalldraht (Recycling aus dem Adventskranz...) mit Textilband an der Strebe fixiert und an dem Gepäckträger verknotet, es hielt die ganze Reise... und bis das Schutzblech gewechselt wurde!

Dinard würde sich wie Dinan auch für einen „radfreien“ Tag gut eignen: Strände, Wanderwege zur Pointe du Moulinet und Pointe de la Malouine, längerer Ausflug nach St. Malo und St. Servan, Bootsfahrt nach Dinan auf der Rance sowie zum Cap Fréhel oder einfach am Dach des Aquariums die weite Landschaft im Spiel der Gezeiten beobachten.

Wer aber zu den Inseln Jersey und Guernesey ab St. Malo fahren will, sollte lieber in dieser Stadt übernachten, die Abfahrt erfolgt zu früh für die Überfahrt mit dem Bus de Mer.

 

 

Version : 24.02.2007 - Contents : Marzina Bernez

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